Sie sind hier

Neue Medien - Jugendroman - Dystopie

Es gab ein Leben davor. Dann kam die Seuche. Übrig blieben nur die Teenager. Jetzt, ein Jahr danach, werden die Vorräte knapp und die Überlebenden organisieren sich in Clans. Jefferson, Führer wider Willen des Washington-Square-Clans, und Donna, in die er heimlich verliebt ist, haben sich ein halbwegs geordnetes Leben in all dem Chaos aufgebaut. Doch als Brainbox, das Genie ihres Clans, eine Spur entdeckt, die zur Heilung der Krankheit führen könnte, machen sich fünf von ihnen auf in die gefährliche Welt jenseits ihres Rückzugsortes – Schießereien mit feindlichen Gangs, Flucht vor Sekten und Milizen, Überleben in den Gefahren der U-Bahn-Schächte inklusive. Denn trotz aller Aussichtslosigkeit glaubt Jeff an die Rettung der Menschheit.

Mats Wahl ist mit Sturmland - Die Reiter ein sehr guten Start  zu seiner Jugendbuchreihe gelungen. Es ist eine Dystopie - und erschreckenderweise ist sie gar nicht so weit weg von der Realität.
Es muss etwas Schreckliches passiert sein, wahrscheinlich eine atomare Katastrophe, denn die Wildtiere, allen voran die alles zerstörenden Wildschweinhorden, haben immer noch einen sehr hohen Cäsiumgehalt. Das Klima in Nordschweden hat sich verändert. Es schneit nicht mehr, dagegen gibt es sehr starke Stürme, die fast alle Wälder zerstört haben. Ab und an fällt ein sogenannter Blutregen, der roten Sand aus der Sahara mit sich bringt.

Die Menschen in Nordschweden leben meist als Großfamilie in einzelnen, gut gesicherten Höfen. Es gibt auch neu gebaute Großsiedlungen, die nach und nach bezogen werden. Große Teile Schwedens sind aber noch nicht wieder bewohnbar. Die Energieversorgung funktioniert über Windenergie, meistens durch hauseigene Windkraftanlagen, da die Energieversorgung sowie die Kommunikationsleitungen oft zusammenbrechen. Riesenüberwachungsmonitore sind in den Häusern angebracht und zeigen an, wer sich nähert. Mit ihnen kann man auch Nachrichten sehen sowie am Fernunterricht teilnehmen. Man kann seine Kinder auch in konventionelle Schulen schicken, aber dort werden sie mit Cool ruhiggestellt. Das Mobile, dass alle Menschen mit sich tragen, dient als Kommunikationsgerät, aber auch als Identitätsnachweis. Die Regierungspolizei überwacht alles, ganz zu trauen ist ihr nicht.  

Das sind in groben Zügen die Umstände, in denen die Geschichte von Elin und ihrer Familie beginnt. Elin ist 16 Jahre alt und lebt mit Frans, ihrem Großvater, Anna und Gunnar, ihren Eltern, und ihren Geschwistern Lisa (7) und Vagn (18) auf einem kleinen Hof. Ihre Tante Karin gehört zu einem Kreis von Terroristen, die sich gegen die Regierung auflehnen und wurde schon lange nicht mehr gesehen. Eines Tages kommen Leute vom Nachbarhof , Björn, Ida, Harald und Norman, und möchten ein Lager für ihre Windkraftanlage kaufen. Doch Elins Familie hat nur ein Ersatzlager und möchte dueses nicht hergeben. Voller Zorn verlassen die Nachbarn Elins Familie, nicht ohne Gunnar vorher mit der Armbrust die Hand zu verletzen. Elin und Vagn reiten kurz danach zu Wongs, einem Rieseneinkaufscenter. Auf dem Rückweg werden sie von den Nachbarn angegriffen und Elin tötet in Notwehr Björn, Vagn wird entführt. Ab da beginnt eine aufregende Zeit für Elin. Sie macht sich allein auf den Weg zu Björns Familie, um Vagn gegen ein Lager zurückzutauschen. Doch Björns Haus scheint verlassen zu sein - nur im Keller liegt der kranke Harald, der zurückgelassen wurde. Zusammen mit Harald macht sich Elin auf die Suche nach Vagn, die beiden verlieben sich ineinander.

Mats Wahl hat seine Geschichte im Präsens geschrieben. Beim Lesen der Geschichte fühlt man sich auf diese Weise ganz nah an der Handlung. Außerdem hat er eine karge, aber dennoch schöne Sprache benutzt, die für mich auf wunderbare Weise die sturmzerstörte Landschaft Schwedens widerspiegelte. Das Ende des ersten Teils endet tragisch - und doch mit Hoffnung. Es sollen noch 5 weitere Bücher folgen.