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Neue Medien

Wenn jemand aus Sch... Gold machen kann, dann Lars Simon. Seine Tierexkrementetrilogie ist sehr erfolgreich und das aus gutem Grund: Skurrile Charaktere, die durch ihre Überzeichnung unglaublich witzig sind  und konsequent durch die drei Bücher entwickelt werden und eine ebenso skurrile Story gehören zum Erfolgsrezept des Autors.
Worum geht es diesmal?
Torsten erwirbt das kleine Ferienhäuschen und steckt mitten in den Renovierungsarbeiten, als Lindas Vater auftaucht. Linda sei verschwunden! Eigentlich sollte sie in Lappland bei ihrem Ex-Freund Olle sein, um an einem Kulturprojekt mitzuarbeiten, doch seit Tagen sei sie nicht mehr erreichbar. Torsten und sein Überraschungsgast Rainer, der auf der Suche nach einem neuen Kulturintegrationskurs inklusive Sprachkurs ist, machen sich auf in den eisigen Norden, um Linda aufzuspüren. Was sie auf dem Weg dorthin erleben, geht auf keine Rentierhaut: Rasende Asen, randalierende Feministinnen und vor allem Schnee, sehr viel Schnee. Der Weg zum, es darf verraten werden, Happy End ist eisig und mühsam, aber unglaublich lustig.
Ein köstlicher Lesespaß!

Band 1 Elchscheiße

Band 2 Kaimankacke

Es fällt mir immer sehr schwer eine Rezension über ein Buch zu schreiben, das mich nicht so mitgerissen hat, wie offensichtlich die meisten anderen LeserInnen. Oft kann ich gar nicht greifen, was mir nicht so gefallen hat, oft sind es ganz persönliche Assoziationen und der Autor oder die Autorin wird deshalb vielleicht zu unrecht schlecht von mir beurteilt. Deswegen vorab: Der Schreibstil und die deutsche Übersetzung sind hervorragend! Die Story ist durchaus spannend und fesselnd, und trotzdem...

Worum geht es?
Holmes und ich spielt in einem Elite-Internat in Connecticut, USA. Die Geschichte wird aus Sicht von James Watson in der Ich-Form erzählt, einem Nachfahren DES berühmten John Watson, Sherlock Holmes treuen Begleiter. Der junge Mann hat an der Schule ein Rugby-Stipendium bekommen, fühlt sich aber noch nicht richtig von seinen MitschülerInnen angenommen. Überhaupt sehnt er sich nach London zurück, wo er ein paar Jahre gewohnt hat, obwohl er in den USA geboren wurde. An der gleichen Schule (welch ein Zufall?) ist auch Charlotte Holmes, die exzentrische Nachfahrin des berühmten Sherlock und Teil des ebenso exzentrischen Holmes-Clans. Schon an dieser Stelle fand ich die Geschichte erzwungen: Warum muss eine Begegnung von Holmes und Watson nun unbedingt in den USA passieren? Und - obwohl es sich viel später aufklärt - kam es mir zu Beginn des Buches sehr unwahrscheinlich vor, dass sich die beiden gerade dort zufällig am gleichen Internat befinden. James hat offensichtlich Berührungsängste, doch eine fiese Bemerkung eines Mitschülers lässt ihn die Fäuste erheben und für Charlotte kämpfen. Kurz danach ist sein Gegner tot und Charlotte und James sind die Hauptverdächtigen. Auf der Suche nach dem Mörder wachsen die beiden doch irgendwie zusammen, doch kann man einem Mitglieder der Familie Holmes tatsächlich nahe kommen?
Die Jagd nach dem Mörder ist tatsächlich sehr spannend gestaltet und man wird auf verschiedene Spuren gelenkt. Parallelen zu den originalen Sherlock Holmes-Geschichten tauchen auf, ein weiterer Anschlag passiert und James gerät in höchste Gefahr.
Meiner Meinung nach versuchte die Autorin zu zwanghaft die Charakterzüge des Originals auf ein 16jähriges Mädchen zu übertragen. Sie hat der Figur zu wenig Platz gelassen um eigene Charakterzüge zu entwickeln, was ich schade fand. Ein 16jähriges Mädchen ist kein 40jähriger Mann aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Das ist wohl der Hauptgrund, warum mir das Buch nicht so gut gefallen hat. Ich liebe Sherlock Holmes-Geschichten, auch die neuesten Verfilmungen mit Robert Downey Jr. oder Bendedict Cumberbatch finde ich klasse, aber auch hier konnten die Schauspieler ihrer Figur jeweils einen besonderen Touch verpassen.
Ansonsten war der Plot sehr gut entwickelt, manchmal fand ich ihn ein wenig zu sehr konstruiert. Es kommt bestimmt ein zweiter Band. Vielleicht findet da die Autorin den Mut, Charlottes Charakter weiter zu entwickeln.

ELizabeth LaBan erzählt mit ihrem Jugendromandebüt eine tragisch-schöne Geschichte. Es ist sehr gut übersetzt. Schön finde ich, dass für den deutschen Titel ein Shakespeare-Zitat gewählt wurde (im Original heißt es The Tragedy Paper), das den Tenor der Geschichte sehr gut trifft. Es gibt auf der einen Seite Schmerz, auf der anderen Seite Glück. Beides gilt es auszuhalten.
Worum geht es?
Im Irving-College gibt es viele Traditionen, u.a. die, dass die Schüler der Abschlussklasse ihren Nachfolgern ein Geschenk in ihrem Zimmer hinterlassen. Duncan bezieht das Zimmer von Tim (ausgerechnet!), der ihm eine Reihe von besprochenen CDs hinterlässt. Der Roman ist so aufgebaut, dass wir abwechselnd Tims Geschichte hören und dann von Duncans Reaktion darauf und sein Abschlussjahr an der Irving-Highschool erfahren. Eine weitere Tradition der Schule ist, dass die Schüler einen großen Aufsatz über das Thema Tragödie schreiben müssen. Mr. Simon, der Englischlehrer zelebriert dies im Unterricht. Er lässt immer wieder Zusatzinformationen durchsickern, von denen die Zuspätgekommenen unter Strafe nichts erfahren dürfen. Tim erzählt Duncan, dass er ihm mit seiner Geschichte die perfekte Grundlage für Duncans Tragödienaufsatz gibt. Was im letzten Schuljahr passiert ist, wissen wir lange nicht. Die Spannung wird sehr gut aufgebaut, Duncan ist es sichtlich unangenehm,  je näher Tims Erzählung ihrem Höhepunkt kommt. Offensichtlich war er Zeuge von Tims Tragödie.
Tim ist ein Außenseiter. Als Albino fühlt er sich ständig angestarrt und ausgegrenzt, obwohl das meiner Meinung nach eine rein subjektive Empfindung ist. Er wird eigentlich ganz gut in Irving aufgenommen, obwohl er nur für das letzte halbe Jahr dort hingeht. Schon auf dem Weg zur Schule, auf dem Flughafen, verliebt er sich in Vanessa, die ebenfalls in der Irving Highschool ist. Doch Vanessa hat einen Freund, der sportliche und beliebte Patrick. Vanessa scheint die Gefühle für Tim durchaus zu erwidern, doch beide können sich nicht aus ihren selbstgebauten Gefängnissen befreien, Tim aus seinen Minderwertigkeitskomplexen und Vanessa aus der Beziehung zu Patrick. Tim hadert mit sich, soll er um Vanessa kämpfen? Und was will Patrick die ganze Zeit von ihm? Tim hat sehr viele Unsicherheiten, die er mit Coolness überspielen will,z.B.  möchte er seine Sonnenbrille nicht aufsetzen, obwohl er weiß, dass grelles Licht seinen Augen schadet. Durch Tims Geschichte kann Duncan seine eigenen momentanen Erlebnisse besser reflektieren und sogar daraus lernen, es besser zu machen, als sein Vorgänger.
Ich fand die Geschichte sehr spannend und sehr gut zu lesen. Es ist zwar als Jungenbuch angelegt, doch auch Mädchen finden einen leichten Zugang zu der Geschichte.

Um was geht es?
Sherwood Holmes ist ein Junge und noch dazu der beste Detektiv der Welt. Aber niemand weiß es, weil er im Verborgenen arbeitet. Deswegen beschließt er einen Blog zu schreiben. Er hat auch gleich ein paar Fans, die seine Geschichte eifrig lesen und kommentieren. Sherwood erzählt uns den spannenden Fall der verschwundenen Megafauna. Für alle, die nicht wissen, was das ist, das wird im Buch erklärt. Sherwood benutzt ganz schön viele komplizierte Wörter, die werden zwar erklärt, aber es ist schon schwer zu lesen, obwohl ich die meisten Wörter kannte. Sherwood klingt so manchmal ein wenig überheblich und eingebildet. Außerdem ist er leicht beleidigt, wenn ToughGirl oder andere etwas kommentieren.
Die Geschichte ist schon spannend und hat eine ungewöhnliche Wendung. Es soll auch eine Fortsetzung geben. (Leon 10 Jahre).

Mats Wahl ist mit Sturmland - Die Reiter ein sehr guten Start  zu seiner Jugendbuchreihe gelungen. Es ist eine Dystopie - und erschreckenderweise ist sie gar nicht so weit weg von der Realität.
Es muss etwas Schreckliches passiert sein, wahrscheinlich eine atomare Katastrophe, denn die Wildtiere, allen voran die alles zerstörenden Wildschweinhorden, haben immer noch einen sehr hohen Cäsiumgehalt. Das Klima in Nordschweden hat sich verändert. Es schneit nicht mehr, dagegen gibt es sehr starke Stürme, die fast alle Wälder zerstört haben. Ab und an fällt ein sogenannter Blutregen, der roten Sand aus der Sahara mit sich bringt.

Die Menschen in Nordschweden leben meist als Großfamilie in einzelnen, gut gesicherten Höfen. Es gibt auch neu gebaute Großsiedlungen, die nach und nach bezogen werden. Große Teile Schwedens sind aber noch nicht wieder bewohnbar. Die Energieversorgung funktioniert über Windenergie, meistens durch hauseigene Windkraftanlagen, da die Energieversorgung sowie die Kommunikationsleitungen oft zusammenbrechen. Riesenüberwachungsmonitore sind in den Häusern angebracht und zeigen an, wer sich nähert. Mit ihnen kann man auch Nachrichten sehen sowie am Fernunterricht teilnehmen. Man kann seine Kinder auch in konventionelle Schulen schicken, aber dort werden sie mit Cool ruhiggestellt. Das Mobile, dass alle Menschen mit sich tragen, dient als Kommunikationsgerät, aber auch als Identitätsnachweis. Die Regierungspolizei überwacht alles, ganz zu trauen ist ihr nicht.  

Das sind in groben Zügen die Umstände, in denen die Geschichte von Elin und ihrer Familie beginnt. Elin ist 16 Jahre alt und lebt mit Frans, ihrem Großvater, Anna und Gunnar, ihren Eltern, und ihren Geschwistern Lisa (7) und Vagn (18) auf einem kleinen Hof. Ihre Tante Karin gehört zu einem Kreis von Terroristen, die sich gegen die Regierung auflehnen und wurde schon lange nicht mehr gesehen. Eines Tages kommen Leute vom Nachbarhof , Björn, Ida, Harald und Norman, und möchten ein Lager für ihre Windkraftanlage kaufen. Doch Elins Familie hat nur ein Ersatzlager und möchte dueses nicht hergeben. Voller Zorn verlassen die Nachbarn Elins Familie, nicht ohne Gunnar vorher mit der Armbrust die Hand zu verletzen. Elin und Vagn reiten kurz danach zu Wongs, einem Rieseneinkaufscenter. Auf dem Rückweg werden sie von den Nachbarn angegriffen und Elin tötet in Notwehr Björn, Vagn wird entführt. Ab da beginnt eine aufregende Zeit für Elin. Sie macht sich allein auf den Weg zu Björns Familie, um Vagn gegen ein Lager zurückzutauschen. Doch Björns Haus scheint verlassen zu sein - nur im Keller liegt der kranke Harald, der zurückgelassen wurde. Zusammen mit Harald macht sich Elin auf die Suche nach Vagn, die beiden verlieben sich ineinander.

Mats Wahl hat seine Geschichte im Präsens geschrieben. Beim Lesen der Geschichte fühlt man sich auf diese Weise ganz nah an der Handlung. Außerdem hat er eine karge, aber dennoch schöne Sprache benutzt, die für mich auf wunderbare Weise die sturmzerstörte Landschaft Schwedens widerspiegelte. Das Ende des ersten Teils endet tragisch - und doch mit Hoffnung. Es sollen noch 5 weitere Bücher folgen.

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