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Neue Medien

Krishna Mustafa wird von seiner Freundin Laura verlassen. Angeblich soll er erstmal seine Identität suchen und finden. Krishna lebt mit seiner deutschen Mutter in Freiburg, lebte aber bis zu seinem sechsten Lebensjahr in Istanbul. Nun ist er dort zurückgekehrt um nach seinen Wurzeln zu forschen. Doch, wenn du wissen willst, was ein Wald ist, fragst du dann die Bäume oder die Vögel? Mit solchen Fragen ist Krishna konfrontiert, als er versucht, das Leben in Istanbul zu verstehen. Sein Cousin Emre zieht derweil nach Freiburg in Krishnas WG-Zimmer. Beide machen kulturelle Grenzerfahrungen.
Zunächst einmal hat mich die Naivität, um nicht zu sagen Dummheit, von Krishna Mustafa irritiert. Doch mit dieser Haltung erfährt er ganz viel über die Türkei und ihre Bewohner. Durch eine Verkettung von unglückseligen Umständen wird er sogar von einem Journalisten zu einem Dschihadisten gemacht. Ich habe viel über die Gezi-Parkdemonstrationen und die Haltung der jungen Türken zu Erdogan erfahren. Im Text sind immer wieder sehr schöne Gedanken eingestreut, die dieses Buch noch lange nachhallen lassen. Die naive Haltung Krishnas wird immer wieder durch die eingeschobenen Kapitel des Chors der Einäugigen konterkariert. Nicht alles davon konnte ich als Nichttürkin verstehen, lachen musste ich trotzdem.
Ein sehr zu empfehlendes Buch für Deutsche UND Türken und alle, die nicht in Schubladen denken wollen.

Anders Björkelid hat eine sehr spannende Fortsetzung von Dohlenwinter geschrieben - und es geht noch weiter!
Das Band, das zwischen den Zwillingen war, ist nicht mehr zu spüren und dieser Teil der Geschichte wird nur von Wulf erzählt. Wulf und Sunia sind immer noch im Richtring gefangen. Sie tauchen ein in die Erinnerung von Atlavis, der sich für sie als Grimm des Rings geopfert hat. Doch dann öffnet sich der Ring und die Leibjäger kommen, um Sunia, die durch ihre erste Regelblutung zur Frau geworden ist, zum Frühlingsritual der Mondpriesterinnen zu bringen. Auch die Bergherrin ist wieder dabei. Streng schauen die Leibwächter darauf, dass die Traditionen gewahrt werden. Sunia soll nicht das Schwert tragen, geht aber weitaus geschickter damit um als Wulf. Während des Rituals nähern sich Hühnenwölfe, riesige Gestalten, die Eis und Frost mit sich bringen. Die Leibwächter sollen durch einen Kreis um die Mondpriesterinnen die Durchführung des Rituals schützen, was ihnen mit Mühe gelingt. Der Unwitter ist zurückgekehrt! Sunia und Wulf werden von der Bergherrin nach Funisburg geschickt, wo der dritte Teil des Bundes bei Hug sein soll und auch um ein Signalfeuer in einem seit 1000 Jahren verschlossenen Turm zu entzünden, um alle vor der Rückkehr des Unwinters zu warnen. In Funisburg werden sie zunächst von der Statthalterin Midun empfangen. Erst nach längerem verweist sie sie in die alte Stadt der Blütigen, Kasan, wo sie vielleicht Hilfe erfahren könnten. Doch die alte Stadt zeigt sich gefangen in ihren strengen Traditionen und Sitten und die ungeduldige Sunia hält es fast nicht dort aus. Zu viel unnütze Zeit verstreicht um zu Hug zu gelangen. Sie versuchen zu fliehen, merken aber, dass sie durch das Blutfeuer an Kasan gebunden sind. Unerwartete Hilfe erfährt Wulf in der Bibliothek, wo er sich sehr viel Wissen über die Blütigen anliest. Ein zugesteckter Zettel verrät ihnen die Möglichkeit zur Flucht. Doch die Galgenmänner warten schon auf sie...
Am Anfang fiel es mir ziemlich schwer, in die Geschichte von Sunia und Wulf wieder hineinzukommen. Zu bildgewaltig war die Sprache von Anders Björkelid. Doch die Spannung wurde sehr gut aufgebaut. Man hielt es fast nicht mehr mit Sunia in Kasan aus, sondern wollte ausbrechen aus der unerträglichen Wartesituation. Das Ende war unglaublich turbulent und anstatt Antworten auf die vielen Fragen über Sunias und Wulfs Vater zu erhalten, stellen sich immer wieder neue Fragen. Ich bin so gespannt auf den nächsten Teil!

Band 1 Dohlenwinter

Der älteste Sohn der indischen Familie Patel, der reichsten Familie im Dorf, soll Arzt werden. Nach seinem Medizinstudium schickt ihn sein Vater in die USA, wo er am Parkview Hospital in Dallas seine Ausbildung als Assistenzarzt vervollständigen soll. Der junge Inder, noch streng nach den alten Traditionen erzogen, trifft auf die moderne westliche Welt mit völlig neuen Sitten, vorallem was die Beziehung zwischen Mann und Frau betrifft. Anil ist ehrgeizig und arbeitet sich nach oben. Er wohnt mit zwei anderen indischen Männern in einer WG. Einer davon ist den westlichen Sitten gegenüber sehr aufgeschlossen, der andere versucht sich so zu verhalten, wie er es gewohnt ist.
Anil muss erfahren, dass sein Vater gestorben ist, leider ist die Zeit zu knapp, sodass er nicht mehr zur Beerdigung kommen kann. Sein Vater war eine sehr wichtige Person für Anil, außerdem hatte er die Rolle eines Ratgebers für das kleine Dorf. Diese schwere Aufgabe muss nun Anil übernehmen. Bei seinem nächsten Besuch daheim, noch völlig durcheinander durch einen tödlichen Diagnosefehler, sieht er sich dieser schweren Aufgabe kaum gewachsen. Daheim erfährt er auch, dass Leena, mit der er eine keusche Romanze in seiner Kindheit hatte, inzwischen verheiratet ist. Ihre Eltern haben wie es üblich ist, die Ehe arrangiert, mussten allerdings Schulden bei der Familie Patel machen, um die hohe Mitgift zu bezahlen. Leena lebt nun in einem kleinen Dorf 100 km weit weg von zuhause. Von Reichtum kann nicht die Rede sein, das Haus ist heruntergekommen, die Felder verwahrlost, Schwiegermutter und Schwägerin behandeln sie wie eine Sklavin und ihr Mann schlägt und misshandelt sie. Doch von alldem bekommt ihre Familie daheim nichts mit und Leena schämt sich zu sehr, es zuzugeben. Sie will doch eine gute Ehefrau sein! Irgendwann kommt es zum Eklat: Leenas Ehemann versucht sie zu verbrennen, aber sie kann schwer verletzt fliehen und kehrt - in Schande - wieder nach Hause zurück. Die Familie ist seitdem geächtet und in Armut.
Von alldem weiß Anil nichts als er zurückkehrt. Er hat selbst eine Beziehung mit seiner amerikanischen Nachbarin angefangen und weiß nicht, ob er das seiner Familie sagen soll. Gleichzeitig wird der Druck im Krankenhaus immer größer, die Konkurrenz unter den Assistenzärzten wächst. Anil macht sich Sorgen, ob er das alles schaffen wird. Seine Mutter erwartet von ihm, dass er nach Indien zurückkehrt. Doch Anils Pläne sind andere. Bei einem weiteren Besuch in Indien trifft er Leena wieder...

Dieses Buch hat mir die Augen geöffnet. Ich wusste nicht, wie sehr in Indien die Tradition von vermittelter Ehe noch gelebt wird, wie wichtig die Mitgift ist, die offiziell seit 1961 schon verboten ist, aber immer noch verschulden sich Familien. Auch wie weit es verbreitet ist, dass Ehefrauen gequält und verbrannt werden, auch von den Schwiegermüttern, war mir in diesem Ausmaß nicht bekannt. Mich hat diese große Diskrepanz zwischen Tradition und Moderne erstaunt. Ich danke der Autorin, dass sie dieses Thema der westlichen Welt auf diese Weise näher gebracht hat und ich hoffe, dass sich dadurch etwas ändern wird.

Wenn jemand aus Sch... Gold machen kann, dann Lars Simon. Seine Tierexkrementetrilogie ist sehr erfolgreich und das aus gutem Grund: Skurrile Charaktere, die durch ihre Überzeichnung unglaublich witzig sind  und konsequent durch die drei Bücher entwickelt werden und eine ebenso skurrile Story gehören zum Erfolgsrezept des Autors.
Worum geht es diesmal?
Torsten erwirbt das kleine Ferienhäuschen und steckt mitten in den Renovierungsarbeiten, als Lindas Vater auftaucht. Linda sei verschwunden! Eigentlich sollte sie in Lappland bei ihrem Ex-Freund Olle sein, um an einem Kulturprojekt mitzuarbeiten, doch seit Tagen sei sie nicht mehr erreichbar. Torsten und sein Überraschungsgast Rainer, der auf der Suche nach einem neuen Kulturintegrationskurs inklusive Sprachkurs ist, machen sich auf in den eisigen Norden, um Linda aufzuspüren. Was sie auf dem Weg dorthin erleben, geht auf keine Rentierhaut: Rasende Asen, randalierende Feministinnen und vor allem Schnee, sehr viel Schnee. Der Weg zum, es darf verraten werden, Happy End ist eisig und mühsam, aber unglaublich lustig.
Ein köstlicher Lesespaß!

Band 1 Elchscheiße

Band 2 Kaimankacke

Es fällt mir immer sehr schwer eine Rezension über ein Buch zu schreiben, das mich nicht so mitgerissen hat, wie offensichtlich die meisten anderen LeserInnen. Oft kann ich gar nicht greifen, was mir nicht so gefallen hat, oft sind es ganz persönliche Assoziationen und der Autor oder die Autorin wird deshalb vielleicht zu unrecht schlecht von mir beurteilt. Deswegen vorab: Der Schreibstil und die deutsche Übersetzung sind hervorragend! Die Story ist durchaus spannend und fesselnd, und trotzdem...

Worum geht es?
Holmes und ich spielt in einem Elite-Internat in Connecticut, USA. Die Geschichte wird aus Sicht von James Watson in der Ich-Form erzählt, einem Nachfahren DES berühmten John Watson, Sherlock Holmes treuen Begleiter. Der junge Mann hat an der Schule ein Rugby-Stipendium bekommen, fühlt sich aber noch nicht richtig von seinen MitschülerInnen angenommen. Überhaupt sehnt er sich nach London zurück, wo er ein paar Jahre gewohnt hat, obwohl er in den USA geboren wurde. An der gleichen Schule (welch ein Zufall?) ist auch Charlotte Holmes, die exzentrische Nachfahrin des berühmten Sherlock und Teil des ebenso exzentrischen Holmes-Clans. Schon an dieser Stelle fand ich die Geschichte erzwungen: Warum muss eine Begegnung von Holmes und Watson nun unbedingt in den USA passieren? Und - obwohl es sich viel später aufklärt - kam es mir zu Beginn des Buches sehr unwahrscheinlich vor, dass sich die beiden gerade dort zufällig am gleichen Internat befinden. James hat offensichtlich Berührungsängste, doch eine fiese Bemerkung eines Mitschülers lässt ihn die Fäuste erheben und für Charlotte kämpfen. Kurz danach ist sein Gegner tot und Charlotte und James sind die Hauptverdächtigen. Auf der Suche nach dem Mörder wachsen die beiden doch irgendwie zusammen, doch kann man einem Mitglieder der Familie Holmes tatsächlich nahe kommen?
Die Jagd nach dem Mörder ist tatsächlich sehr spannend gestaltet und man wird auf verschiedene Spuren gelenkt. Parallelen zu den originalen Sherlock Holmes-Geschichten tauchen auf, ein weiterer Anschlag passiert und James gerät in höchste Gefahr.
Meiner Meinung nach versuchte die Autorin zu zwanghaft die Charakterzüge des Originals auf ein 16jähriges Mädchen zu übertragen. Sie hat der Figur zu wenig Platz gelassen um eigene Charakterzüge zu entwickeln, was ich schade fand. Ein 16jähriges Mädchen ist kein 40jähriger Mann aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Das ist wohl der Hauptgrund, warum mir das Buch nicht so gut gefallen hat. Ich liebe Sherlock Holmes-Geschichten, auch die neuesten Verfilmungen mit Robert Downey Jr. oder Bendedict Cumberbatch finde ich klasse, aber auch hier konnten die Schauspieler ihrer Figur jeweils einen besonderen Touch verpassen.
Ansonsten war der Plot sehr gut entwickelt, manchmal fand ich ihn ein wenig zu sehr konstruiert. Es kommt bestimmt ein zweiter Band. Vielleicht findet da die Autorin den Mut, Charlottes Charakter weiter zu entwickeln.

ELizabeth LaBan erzählt mit ihrem Jugendromandebüt eine tragisch-schöne Geschichte. Es ist sehr gut übersetzt. Schön finde ich, dass für den deutschen Titel ein Shakespeare-Zitat gewählt wurde (im Original heißt es The Tragedy Paper), das den Tenor der Geschichte sehr gut trifft. Es gibt auf der einen Seite Schmerz, auf der anderen Seite Glück. Beides gilt es auszuhalten.
Worum geht es?
Im Irving-College gibt es viele Traditionen, u.a. die, dass die Schüler der Abschlussklasse ihren Nachfolgern ein Geschenk in ihrem Zimmer hinterlassen. Duncan bezieht das Zimmer von Tim (ausgerechnet!), der ihm eine Reihe von besprochenen CDs hinterlässt. Der Roman ist so aufgebaut, dass wir abwechselnd Tims Geschichte hören und dann von Duncans Reaktion darauf und sein Abschlussjahr an der Irving-Highschool erfahren. Eine weitere Tradition der Schule ist, dass die Schüler einen großen Aufsatz über das Thema Tragödie schreiben müssen. Mr. Simon, der Englischlehrer zelebriert dies im Unterricht. Er lässt immer wieder Zusatzinformationen durchsickern, von denen die Zuspätgekommenen unter Strafe nichts erfahren dürfen. Tim erzählt Duncan, dass er ihm mit seiner Geschichte die perfekte Grundlage für Duncans Tragödienaufsatz gibt. Was im letzten Schuljahr passiert ist, wissen wir lange nicht. Die Spannung wird sehr gut aufgebaut, Duncan ist es sichtlich unangenehm,  je näher Tims Erzählung ihrem Höhepunkt kommt. Offensichtlich war er Zeuge von Tims Tragödie.
Tim ist ein Außenseiter. Als Albino fühlt er sich ständig angestarrt und ausgegrenzt, obwohl das meiner Meinung nach eine rein subjektive Empfindung ist. Er wird eigentlich ganz gut in Irving aufgenommen, obwohl er nur für das letzte halbe Jahr dort hingeht. Schon auf dem Weg zur Schule, auf dem Flughafen, verliebt er sich in Vanessa, die ebenfalls in der Irving Highschool ist. Doch Vanessa hat einen Freund, der sportliche und beliebte Patrick. Vanessa scheint die Gefühle für Tim durchaus zu erwidern, doch beide können sich nicht aus ihren selbstgebauten Gefängnissen befreien, Tim aus seinen Minderwertigkeitskomplexen und Vanessa aus der Beziehung zu Patrick. Tim hadert mit sich, soll er um Vanessa kämpfen? Und was will Patrick die ganze Zeit von ihm? Tim hat sehr viele Unsicherheiten, die er mit Coolness überspielen will,z.B.  möchte er seine Sonnenbrille nicht aufsetzen, obwohl er weiß, dass grelles Licht seinen Augen schadet. Durch Tims Geschichte kann Duncan seine eigenen momentanen Erlebnisse besser reflektieren und sogar daraus lernen, es besser zu machen, als sein Vorgänger.
Ich fand die Geschichte sehr spannend und sehr gut zu lesen. Es ist zwar als Jungenbuch angelegt, doch auch Mädchen finden einen leichten Zugang zu der Geschichte.

Um was geht es?
Sherwood Holmes ist ein Junge und noch dazu der beste Detektiv der Welt. Aber niemand weiß es, weil er im Verborgenen arbeitet. Deswegen beschließt er einen Blog zu schreiben. Er hat auch gleich ein paar Fans, die seine Geschichte eifrig lesen und kommentieren. Sherwood erzählt uns den spannenden Fall der verschwundenen Megafauna. Für alle, die nicht wissen, was das ist, das wird im Buch erklärt. Sherwood benutzt ganz schön viele komplizierte Wörter, die werden zwar erklärt, aber es ist schon schwer zu lesen, obwohl ich die meisten Wörter kannte. Sherwood klingt so manchmal ein wenig überheblich und eingebildet. Außerdem ist er leicht beleidigt, wenn ToughGirl oder andere etwas kommentieren.
Die Geschichte ist schon spannend und hat eine ungewöhnliche Wendung. Es soll auch eine Fortsetzung geben. (Leon 10 Jahre).

Mats Wahl ist mit Sturmland - Die Reiter ein sehr guten Start  zu seiner Jugendbuchreihe gelungen. Es ist eine Dystopie - und erschreckenderweise ist sie gar nicht so weit weg von der Realität.
Es muss etwas Schreckliches passiert sein, wahrscheinlich eine atomare Katastrophe, denn die Wildtiere, allen voran die alles zerstörenden Wildschweinhorden, haben immer noch einen sehr hohen Cäsiumgehalt. Das Klima in Nordschweden hat sich verändert. Es schneit nicht mehr, dagegen gibt es sehr starke Stürme, die fast alle Wälder zerstört haben. Ab und an fällt ein sogenannter Blutregen, der roten Sand aus der Sahara mit sich bringt.

Die Menschen in Nordschweden leben meist als Großfamilie in einzelnen, gut gesicherten Höfen. Es gibt auch neu gebaute Großsiedlungen, die nach und nach bezogen werden. Große Teile Schwedens sind aber noch nicht wieder bewohnbar. Die Energieversorgung funktioniert über Windenergie, meistens durch hauseigene Windkraftanlagen, da die Energieversorgung sowie die Kommunikationsleitungen oft zusammenbrechen. Riesenüberwachungsmonitore sind in den Häusern angebracht und zeigen an, wer sich nähert. Mit ihnen kann man auch Nachrichten sehen sowie am Fernunterricht teilnehmen. Man kann seine Kinder auch in konventionelle Schulen schicken, aber dort werden sie mit Cool ruhiggestellt. Das Mobile, dass alle Menschen mit sich tragen, dient als Kommunikationsgerät, aber auch als Identitätsnachweis. Die Regierungspolizei überwacht alles, ganz zu trauen ist ihr nicht.  

Das sind in groben Zügen die Umstände, in denen die Geschichte von Elin und ihrer Familie beginnt. Elin ist 16 Jahre alt und lebt mit Frans, ihrem Großvater, Anna und Gunnar, ihren Eltern, und ihren Geschwistern Lisa (7) und Vagn (18) auf einem kleinen Hof. Ihre Tante Karin gehört zu einem Kreis von Terroristen, die sich gegen die Regierung auflehnen und wurde schon lange nicht mehr gesehen. Eines Tages kommen Leute vom Nachbarhof , Björn, Ida, Harald und Norman, und möchten ein Lager für ihre Windkraftanlage kaufen. Doch Elins Familie hat nur ein Ersatzlager und möchte dueses nicht hergeben. Voller Zorn verlassen die Nachbarn Elins Familie, nicht ohne Gunnar vorher mit der Armbrust die Hand zu verletzen. Elin und Vagn reiten kurz danach zu Wongs, einem Rieseneinkaufscenter. Auf dem Rückweg werden sie von den Nachbarn angegriffen und Elin tötet in Notwehr Björn, Vagn wird entführt. Ab da beginnt eine aufregende Zeit für Elin. Sie macht sich allein auf den Weg zu Björns Familie, um Vagn gegen ein Lager zurückzutauschen. Doch Björns Haus scheint verlassen zu sein - nur im Keller liegt der kranke Harald, der zurückgelassen wurde. Zusammen mit Harald macht sich Elin auf die Suche nach Vagn, die beiden verlieben sich ineinander.

Mats Wahl hat seine Geschichte im Präsens geschrieben. Beim Lesen der Geschichte fühlt man sich auf diese Weise ganz nah an der Handlung. Außerdem hat er eine karge, aber dennoch schöne Sprache benutzt, die für mich auf wunderbare Weise die sturmzerstörte Landschaft Schwedens widerspiegelte. Das Ende des ersten Teils endet tragisch - und doch mit Hoffnung. Es sollen noch 5 weitere Bücher folgen.

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